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Demokratie vor dem Briefing ist der Hirntod Ihrer Lösung!

Updated: Jan 9

von Martin Tazl


„Zuviele Köche verderben den Brei“ — Insbesondere dann, wenn die ganze Küche voller unerfahrener Köche überquillt. Wenn dann noch der Restaurantleiter selbst dafür sorgt, dass jeder der Nicht-Köche etwas Inkompetentes zur Zubereitung des Essens beitragen darf, dann möchte ich nicht derjenige sein, der den vermurksten Papp am Ende essen muss — Sie etwa?

Senfkörner
Der Senf, den jeder gerne zu jedem Thema dazugibt ... Wird gerne missbräuchlich verwendet von allen, die keine Ahnung haben, worüber sie sprechen.

Wer aus Unsicherheit nichts falsch machen möchte, glaubt, dass es gut sei, alle (Un-) beteiligten möglichst gleichberechtigt und demokratisch einzubinden: „Daraus erwächst ein bunter, kreativer Blumenstrauß, der alle Wünsche und jeden kreativen Erguss der Mitarbeiter berücksichtigt …“ Nein, daraus erwächst überhaupt nichts gutes, sondern nur unbrauchbarer Schrott — eine Totgeburt im Vorfeld.


Und gerade weil man mit dieser Vorgehensweise nichts falsch machen will, macht man genau hiermit so ziemlich alles falsch — Leider.

Denn der Fokus ist hierbei verrückt: Auf diese Weise wird nicht das eigentliche Projektziel priorisiert, sondern nur der innere Frieden einer Abteilung oder einer ganzen Firma. Ausbaden soll es dann jemand wie ich oder eine Agentur ..? Ne, Freunde, so geht man kein Projekt an.


Wie wäre es denn, wenn wir statt des inneren Friedens eher das innere Glück pushen, indem wir sicherstellen, dass angepeilte Ziele auch vernünftig erreicht werden können?

Halten wir mal die Ereigniskette bis hierher fest:

1. Sie (Unternehmen, Marke) haben einen Bedarf, ein oder mehrere Ziele oder ein Problem, welches Sie gelöst bekommen möchten.

2. Sie formulieren dies in einem Briefing.

3. Sie kontaktieren mich oder einen anderen Berater, Strategen, Designer, Agentur, um dieses Briefing zu besprechen.


Ab hier gibt es dann zwei Möglichkeiten des weiteren Verlaufs: Die positive bedeutet, dass Kompetenzgrenzen respektiert werden, heisst: Es wird nicht versucht „vorzugeben“, wie die kreative Strategie und das Design auszusehen haben. Denn das Design leitet sich aus der zu entwickelnden Strategie ab. Die entwickle ich und danach zeige ich Ihnen das Design.


Die negative Möglichkeit würde bedeuten, dass bereits während des Briefings von Nicht-Designern „kreative Inputs“ hereingefoltert werden, die einfach meist auf falschen Voraussetzungen (weil fehlende Erfahrung, Können und Wissen) beruhen und dadurch das eigentlich wichtige Projektziel im eigenen Hause von vornherein gefährden. Das verstehen halt nur leider nicht viele direkt zu Beginn. Wenn diese Hürden durch Gespräche allerdings beiseite geräumt werden, steht einer erfolgreichen Projektumsetzung nichts im Wege.


Überlassen Sie Expertenarbeit den Experten!

Es schadet Ihrem Design-Projekt, wenn Nicht-Designer im Vorfeld mitreden wollen wie das Design am Ende auszusehen hat. Ebenso wie es Ihrem Auto in der Werkstatt schadet, wenn plötzlich der Wäschereibesitzer aus derselben Straße mitschrauben darf, nur damit es keine Nachbarschafts-Streitereien gibt.


Und so ist es eben auch mit den Themen kreative Strategie und Design — im Interesse Ihres Projektziels.

- MT

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